Tabelle E: Ressource Wasser

. . Bedingung / Folge Rate / Zustandsgröße / Bezugspunkt
Name:

Erläuterung des
Begriffs:

  • natürliche Wasserverfügbarkeit

gemeint ist die klimatisch bedingte natürliche Wasserverfügbarkeit, also sowohl natürliche Wasserquellen (meint artesische Brunnen, Grund- bzw. Tiefenwasser, Oberflächenwasser u.ä.) als auch Niederschlag;
die Untersuchungsregion liegt in einem semiariden Gebiet;

im Untersuchungsgebiet ist im Prinzip genug Wasser vorhanden: regional unterschiedlich schwanken die Niederschläge zwischen 600 mm/a in der Küstenregion und 900 mm/a im Landesinneren, der höchste Niederschlag ist mit 2.000 mm/a in höher gelegenen Regionen in Westceará zu verzeichnen (Vgl. Statusbericht Bd. I, S. 8 ff)
ein Problem stellt die kontinuierliche Wasserbereitstellung unter den jahreszeitlichen Schwankungen der Niederschläge dar, während der Regenzeit (November bis April mit einer Spitze in den Monaten Februar und März) fallen regional unterschiedlich monatlich 50 bis 200 mm, während insbesondere die Monate Juni bis September von tendenziell überhaupt keinem Niederschlag geprägt sind (Vgl. Statusbericht Bd. I, S. 8 ff)

"In großen Bereichen von Piauí befinden sich auch ergiebige, qualitativ hochwertige Grundwasservorkommen (in mehr als 100 m Tiefe)." (WAVES-Statusbericht Bd. I, S. 22)

fehlende natürliche Wasserverfügbarkeit führt zu Trockenheitskrisen und Dürreperioden:
Trockenheitskrisen sind nur von kurzer Dauer und gehören zum Klima semiarider Gebiete, die Regenzeit verschiebt sich um wenige Monate, es bestehen saisonale Engpässe in der Wasserversorgung; sie lösen Abwanderung aus, der Sozialwissenschaftler nennt dieses Wanderverhalten zirkuläre Migration;
Dürreperioden sind dagegen von langer Dauer, manchmal bleibt die Regenzeit für 2-3 Jahre aus, womit die Katastrophenschärfe zunimmt

El-Niño-Phänomen / ENSO-Phänomen; Veränderung der innertropischen Konvergenzzone führt zu veränderten klimatischen Bedingungen (Temperatur / Niederschlag etc.); es ist noch nicht erwiesen, daß es durch klimatische Veränderungen im NO Brasiliens tatsächlich weniger Niederschlag geben wird


natürliche Wasserverfügbarkeit ist eine Zustandsgröße

semiarides Gebiet ist ein Bezugspunkt

Niederschlag ist eine Rate: Liter je qm pro Jahr




Erläuterung der . natürliche Wasserver- fügbarkeit ist .
Beziehung: Vegetation nimmt Einfluß auf klimatische Gegebenheiten, die wiederum Einfluß auf die natürliche Wasserverfügbarkeit nehmen, so wird ein Zusammenhang zwischen der Abholzung des amazonischen Regenwaldes und dem lokalen Klima in der Untersuchungsregion vermutet; gleichzeitig kann die Verdunstung von Wasser durch eine geschlossene Pflanzendecke minimiert werden über klimatischen Gegebenheiten Folge von Vegetation

die Vegetation ist auf die natürliche Wasserverfügbarkeit angewiesen, Trockenheit ist ein Auslöser für Trockenstreß der Vegetation (insbesondere Niederschlag ist) eine Bedingung der Vegetation

die Bedingungen der natürlichen Wasserverfügbarkeit sind ausschlaggebend für die Planung und Umsetzung der Wasserbereitstellung; um die großen Niederschlagsmengen der Regenzeit auch während der Trockenzeit nutzen zu können, ist es notwendig, Wasserbevorratung in Wasserreservoirs zu betreiben eine Bedingung für Wasserbereitstellung

je geringer die natürliche Wasserverfügbarkeit ist, desto größer sind Aufwand bzw. Kosten der Wasserversorgung eine Bedingung für Aufwand und Kosten der Wasserversorgung

fehlende natürliche Wasserverfügbarkeit führt zu Migration
Bevölkerung wandert zu Verwandten ab, die nicht in von Trockenheitskrisen betroffenen Regionen wohnen (zirkuläre Migration)
mangelnde natürliche Wasserverfügbarkeit (Trockenheit) ist eine Bedingung für Migration

soziale und wirtschaftliche Drucksituation wird durch die sich verschlechternde Einkommenssituation in Trockenzeiten bedingt; nach einer Trockenheitskrise ist der Rückschlag kaum aufzuholen eine Bedingung für soziale und wirtschaftliche Drucksituation
. die natürliche Wasserverfügbarkeit (Klima / Hydrologie) spielt für die landwirtschaftliche Produktion eine große Rolle eine Bedingung für Landwirtschaft .

Wasser ist kein Allgemeingut, durch Landbesitz erhält man auch Besitz an Quellen und Wasserläufen, vorausgesetzt, daß natürliche Quellen dort vorhanden sind eine Bedingung für Wasserbesitz

natürliche Wasserverfügbarkeit ist neben der technischen Wasserbereitstellung eine Möglichkeit, um Wassernutzung realisieren zu können, bei exzessivem Wassergebrauch sinkt die natürliche Wasserverfügbarkeit
die Nachhaltigkeit des Wassergebrauchs bemißt sich an dem Verhältnis von Wasserverbrauch und natürlicher Erneuerungsrate
sowohl Folge als auch Bedingung für Wassergebrauch
. . Bedingung / Folge Rate / Zustandsgröße / Bezugspunkt
Name:

Erläuterung des
Begriffs:

  • Wasserbereitstellung

meint die technische Wasserverfügbarmachung, dazu gehören auch Trinkwassernetz, Brauchwasserentsorgung, Wasserbohrung, Wasserreservoirs;
"die Zahl der Wasseranschlüsse pro Haushalt schwankt zwischen 0, 13 und 1,64 bei einem Mittelwert von 0,45 (Stand 1990) Dieser durchschnittliche Ausstattungsgrad (...) besagt allerdings noch nichts über die Probleme in Trockenzeiten u.v.a. nichts über die Qualität der Wasserversorgung in ländlichen Gebieten, denn diese sind nur in wenigen Fällen an ein Wasserleitungsnetz angeschlossen. Schöpfbrunnen, Wasserlöcher, Tongruben, Wassertanks und Zisternen sind verbreitete Quellen der Trinkwasserversorgung. Sie sind mit erheblichen Kontaminationsrisiken verbunden ..." (WAVES-Statusbericht Bd. I, S. 20)

die jahreszeitlichen Schwankungen der Niederschläge erschweren die kontinuierliche Wasserbereitstellung (vgl. Wasserverfügbarkeit)

die Notwendigkeit der technischen Wasserverfügbarmachung und Wasserbereitstellung orientiert sich am Wasserbedarf;
Wasserbedarf drückt aus, welcher Menge Wasser es bedarf, um das Überleben sichern bzw. eine Existenz aufbauen zu können

im Management treten häufig Schwierigkeiten auf, dies betrifft vor allem die Dimensionierung der Anlagen und die Abschätzung des zu erwartenden Wasserbedarfs;
nach Einschätzung des Hydrologen steht für die Zeit der Planung und des Baus von Wassersversorgungssystemen in ausreichendem Maß technisches Know-how zur Verfügung, problematisch wird es erst, wenn die Errichtung der Anlagen abgeschlossen ist und die Projekte an kommunale oder private Betreiber übergeben werden, hier treten Schwierigkeiten auf, die sowohl die Beschaffung von Ersatzteilen, das technische Know-how bzgl. der Instandsetzung als auch die Finanzierung der Betriebskosten betreffen


Wasserbereitstellung ist eine Zustandsgröße

Wasserbedarf ist ein Bezugspunkt für Wasserbereitstellung und Wassergebrauch

Rate: Liter je Person pro Jahr

Wasserbedarf ist eine Rate (m3 je Person und Jahr )-sowie ein Bezugspunkt zu
Management und Planungsprozesse
Wassergebrauch
Wasserbereitstellung
soziale und wirtschaftliche Drucksituation

Erläuterung der . Wasserbereitstellung ist eine .
Beziehung: die Bedingungen der natürlichen Wasserverfügbarkeit sind ausschlaggebend für die Planung und Umsetzung der Wasserbereitstellung; um die großen Niederschlagsmengen der Regenzeit auch während der Trockenzeit nutzen zu können, ist es notwendig, Wasserbevorratung in Wasserreservoirs zu betreiben Folge natürlicher Wasserverfügbarkeit

staatliche Hilfsprogramme zielen häufig auf den Aufbau (Bohrung, Planung, Erschließung etc.)von Wasserversorgungssystemen (Wasserprojekte), der Hauptanteil der Kosten wird durch den Staat getragen; ein Teil wird dadurch gedeckt, daß im Rahmen von Landreformprojekten zukünftige Kooperativenbauern kostenfrei bei der Errichtung der Wasserversorgungsanlage mitarbeiten und so Anteile an der Anlage erwerben Folge von staatlichen Hilfsprogrammen

Wasserbereitstellung ist neben der natürlichen Wasserverfügbarkeit eine Möglichkeit, um Wassernutzung realisieren zu können Bedingung für Wassergebrauch

im Wasserversorgungsbereich (Wasserbereitstellung) sind Arbeitsplätze angesiedelt; beim Aufbau von Wasserversorgungssystemen entstehen vorübergehend, aber nicht dauerhaft Arbeitsplätze Bedingung für Arbeitsplätze

wo die natürliche Wasserverfügbarkeit nicht ausreicht, kann bei hinreichender Infrastruktur (Wasserbereitstellung) Bewässerungslandwirtschaft betrieben werden Bedingung für Landwirtschaft

sowohl der Aufbau als auch der Betrieb von Wasserversorgungsanlagen verursacht Aufwand bzw. Kosten Bedingung für Aufwand und Kosten der Wasserversorgung

die Sicherstellung der Wasserversorgung ist eine zentrale Voraussetzung für die Seßbarmachung Bedingung der Seßbarmachung


Bedingung / Folge Rate / Zustandsgröße / Bezugspunkt
Name:

Erläuterung des
Begriffs:

  • Aufwand und Kosten der Wasserversorgung

Aufwand und Kosten der Wasserversorgung meint die Kosten bzw. den nichtmonetären Aufwand der Wasserverfügbarmachung

während der größte Teil der Kosten des Aufbaus von Wasserversorgungsanlagen durch den Staat getragen wird, ist die Finanzierung der Betriebskosten nach Übergabe an kommunale oder private Betreiber i.d.R. problematisch

in der Stadt ist der Wasserpreis gering, in ländlichen Regionen gibt es kein Wassergeld (Sozialwissenschaftler); ein Wasserpreis in Geldform kann nur in einem monetären System erhoben werden; derzeit wird über den Wasserpreis nur ein geringer Teil der Wasserkosten gedeckt


Rate ??

Wasserpreis: Geldwert

Erläuterung der
Aufwand und Kosten der Wasserversorgung sind
Beziehung: sowohl der Aufbau als auch der Betrieb von Wasserversorgungsanlagen verursacht Aufwand bzw. Kosten Folge der Wasserbereitstellung

je geringer die natürliche Wasserverfügbarkeit ist, desto größer sind Aufwand bzw. Kosten der Wasserversorgung Folge der natürlichen Wasserverfügbarkeit

Wasser gilt im Untersuchungsgebiet nicht als Allgemeingut;
wenn Wasser vom Besitzer "verkauft" wird, erhöhen sich für die Nutzer die "Kosten" der Wasserversorgung
Folge von Wasserbesitz

sind Aufwand bzw. Kosten der Wasserversorgung hoch, können sie zu einer Reduzierung des Wassergebrauchs beitragen;
nach Ansicht der Experten kann über den "Preis der Ware Wasser" eine verträglichere Nutzung erreicht werden
Bedingung für Wassergebrauch
Name:

Erläuterung des
Begriffs:

  • Wasserbesitz

Wasser ist kein Allgemeingut,
durch Landbesitz erhält man auch Besitz an Quellen und Wasserläufen, daher gehört den wenigen Großgrundbesitzern das meiste Wasser;
veränderte Besitzstrukturen können dazu beitragen, daß das Wasser gerechter verteilt wird;
Wasserbesitz verpflichtet nicht dazu, Wasser für die Bevölkerung verfügbar zu machen


Wasserbesitz ist eine Zustandsgröße
(m
3 je qm Fläche)
Erläuterung . Wasserbesitz ist eine .
der
Beziehung:
Wasserbesitz setzt voraus, daß natürliche Quellen und Wasserläufe auf dem Land vorhanden sind Folge von natürlicher Wasserverfügbarkeit

durch Landbesitz erhält man auch Besitz an dem auf diesem Land befindlichen Wasser Folge von Landbesitzstrukturen

wenn Wasserquellen in Besitz von Privateigentümern sind, kann durch "Verkauf" von Wasser ein zusätzliches Einkommen realisiert werden Bedingung für die Einkommenssituation

Wasser gilt im Untersuchungsgebiet nicht als Allgemeingut;
wenn Wasser vom Besitzer "verkauft" wird, erhöhen sich für die Nutzer die "Kosten" der Wasserversorgung
Bedingung für Aufwand und Kosten der Wasserversorgung
. . Bedingung / Folge Rate / Zustandsgröße / Bezugspunkt
Name:

Erläuterung des
Begriffs:

  • Wassergebrauch (Wassernutzung)

Wassergebrauch meint die Verwendung von Wasser sowohl
zum persönlichen Nutzen als auch in der Landwirtschaft, Industrie etc.

Wassergebrauch schließt auch den mehr oder weniger verschwenderischen Umgang mit Wasser ein - verfügen die Menschen über viel Wasser, gehen sie damit verschwenderischer um;
Wasser erfährt eine unterschiedliche Wertschätzung: in städtischen Gebieten wird Wasser in ausreichendem Maße und zu günstigen Tarifen bereitgestellt, hier wird Trinkwasser auch zum Bewässern des Rasens genutzt, in ländlichen Regionen, die an kein Trinkwassernetz angeschlossen sind, ist Wasser sehr rar und der Umgang damit gezielter

In den ländlichen Regionen wird einerseits "Wasser allgemein als ein wertvolles, lebenserhaltendes Gut anerkannt, dessen Vorkommen, Verfügbarkeit und subjektiv definierte Qualität genau beobachtet wird. Andererseits bewirken fehlende Kenntnisse, Überbetonung von kulturbedingten Bewertungen, aber auch Nichtberücksichtigung von Erfahrungen (...), daß sich keine optimierten Hygiene- und Gesundheitsstandards bezüglich Trinkwasser im Bewußtsein der Befragten durchsetzen." Dies ist in Anbetracht der immer wieder auftretenden Krisen in der Wasserversorgung nicht verwunderlich: "Wenn Wassermangel vorherrscht, reduziert sich die Frage der Wasserverfügbarkeit auf das Vorhanden- bzw. Nichtvorhandensein und hygienische Standards und Qualitätskriterien treten in den Hintergrund."
(WAVES-Statusbericht Bd. I, S. 53)

die Nachhaltigkeit der Wassernutzung bemißt sich an dem Verhältnis von Wasserverbrauch und natürlicher Erneuerungsrate


Wassergebrauch ist eine Rate

der nachhaltige Wassergebrauch orientiert sich an der Erneuerungsrate

physisches Existenzminimums ist ein Bezugspunkt zu Wassergebrauch

Wasserbedarf ist eine Rate (m3 je Person und Jahr )-sowie ein Bezugspunkt zu
Management und Planungsprozesse
Wassergebrauch
Wasserbereitstellung
soziale und wirtschaftliche Drucksituation

Erläuterung . Wassergebrauch ist .
der
Beziehung:
Wasserbereitstellung ist neben der natürlichen Wasserverfügbarkeit eine Möglichkeit, um Wassernutzung realisieren zu können Folge von Wasserbereitstellung

eine hohe Bevölkerungszahl bedingt einen hohen Wassergebrauch eine Folge der Bevölkerungszahl

landwirtschaftliche Produktion führt zu Wassergebrauch eine Folge der Landwirtschaft

sowohl in der Landwirtschaft als auch in der industriellen Produktion geht mit Arbeitsplätzen der Gebrauch von Wasser einher eine Folge von Arbeitsplätzen

natürliche Wasserverfügbarkeit ist neben der technischen Wasserbereitstellung eine Möglichkeit, um Wassernutzung realisieren zu können, bei exzessivem Wassergebrauch sinkt die natürliche Wasserverfügbarkeit;
die Nachhaltigkeit des Wassergebrauchs bemißt sich an dem Verhältnis von Wasserverbrauch und natürlicher Erneuerungsrate
Folge und Bedingung der natürlichen Wasserverfügbarkeit

sind Aufwand bzw. Kosten der Wasserversorgung hoch, können sie zu einer Reduzierung des Wassergebrauchs beitragen;
nach Ansicht der Experten kann über den "Preis der Ware Wasser" eine verträglichere Nutzung erreicht werden
eine Folge des Aufwands und der Kosten der Wasserversorgung

um die tiefer gelegenen qualitativ hochwertigen Grundwasservorkommen (in mehr als 100 m Tiefe) erschließen zu können, ist ein enormer Erschließungsaufwand notwendig, dieser und die entstehenden Wartungskosten können von vielen Kleinnutzern nicht getragen werden (Vgl. WAVES-Statusbericht Bd. I, S. 22f) eine Folge der Einkommenssituation

die Nachhaltigkeit der Wassernutzung kann als Ziel in der Naturschutzgesetzgebung festgelegt werden
nach Ansicht der Experten existiert in Brasilien eine recht gute Naturschutzgesetzgebung, allerdings läßt sich ihre Umsetzung nicht immer bewerkstelligen
über die Naturschutz- gesetzgebung eine Folge der politischen Strukturen


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